Sanft ins Leben – Schwangerschaft ist keine Krankheit

schwangere frau

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Früher vertrauten werdende Mütter den Zeichen ihres Körpers und ihrem Empfínden. Heute fühlen sie sich häufig nur sicher, wenn technische Geräte ihnen suggerieren, daß alles in Ordnung ist. Autor: Dr. Ing. Jochim Grätz, Heilpraktiker, klassische Homöopathie

Aber auch eine Ultraschall-Untersuchung kann eine falsche Diagnose ergeben. Und sie kann zudem großen Schaden anrichten. Der Homöopath Dr. Joachim Grätz regt dazu an, Schwangerschaft und Geburt wieder als kraftvolle Prozesse der Natur zu sehen, die sanft begleitet werden sollten.

Um die Krankheiten unserer Kinder besser verstehen zu können, ist es unabdingbar, sich zunächst mit dem Beginn des neuen Lebens und dessen Entstehen intensiver zu beschäftigen. Ganz besonders hinsichtlich der Manifestation der chronischen Miasmen, der Krankheit hinter den Krankheiten sozusagen, kommen sowohl der Schwangerschaft als auch der Geburt Schlüsselfunktionen zu. Schon hier werden bestimmte Weichen hinsichtlich der gesundheitlichen Anlagen und Schwächen unserer Kinder gestellt! Aber auch die üblich gewordenen Routineuntersuchungen und -medikationen in der Schwangerschaft und der Zeit danach spielen eine nicht minder ernst zu nehmende Rolle. Schwangerschaft und Geburt werden von der orthodoxen Medizin zunehmend mehr als Krankheit behandelt; man hat das Vertrauen-in-die-Natur-zu-haben völlig verlernt und agiert nur noch aufgrund irgendwelcher Blutwerte und anderer Parameter sowie bildgebender Verfahren (Ultraschall, Dopplersonographie, CTG [Cardiotokographie], Computer- und Magnetresonanztomograhie [sog. Kernspintomographie] etc.). Die Verfassung der werdenden Mutter, ihre Gefühle, Befürchtungen und Ängste werden größtenteils ignoriert. Es gelten nur die „harten Fakten“, und diese sind alles, was man sehen, fühlen und vor allem messen kann.

Die Schwangere ist zusammen mit ihrem Kind zu einer Maschine degradiert, die zu funktionieren hat. Für Emotionen und deren Auswirkungen ist da kein Platz!

Vertrauen in die Natur

Diese Deviation – weg von der Natur – muß wieder umgekehrt werden! Wir brauchen wieder das In-sich-Hineinhorchen und das Urvertrauen. Schwangerschaft und Geburt sind ganz natürliche Vorgänge und gehören nicht in die Obhut der Gynäkologie, welche sich als chirurgisches Fach versteht, beziehungsweise eines Krankenhauses. Sie gehören in den Schoß der Familie und sollten von einfühlsamen Hebammen betreut werden, die auch sanfte Geburten begleiten und sich vor allem auf Hausgeburten spezialisiert haben. „Der sicherste Ort für die Geburt ist das eigene Zuhause.“, so Dr. Robert S. Mendelsohn, Professor für Pädiatrie (Kinderheilkunde) aus den USA. Auch die in letzter Zeit immer mehr werdenden Geburtshäuser stellen eine gute Alternative dar.

Die Zeit der Schwangerschaft ist eine Zeit der Besinnung, eine Zeit des Nach-innen-Schauens, In-sich-Hineinhörens. Biologisch gesehen ist sie spätestens ab ca. dem dritten Schwangerschaftsmonat eine Zeit der Dauervagotonie. Das heißt, der parasympathische Teil des vegetativen Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist, ist dauerhaft aktiv. Deshalb fühlen sich also Frauen in dieser Zeit oft schlapp und müde. Dies hat den sinnvollen Effekt, daß sich die werdende Mutter während dieser Zeit nicht zu sehr strapaziert und sich und ihr Kind in unötige Gefahr bringt. Ruhe und Muße sind von daher nicht nur wichtige Verhaltensregeln während der Schwangerschaft, sondern auch die biologisch normalen.

Die Schwangerschaft ist sozusagen ein Ausnahmezustand, ein Sonderprogramm der Natur. Dies bestätigt schon die natürliche Dauervagotonie, die dem noch Ungeborenen optimale Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten garantiert. Jeglicher Streß ist demnach störend und sollte aus dieser Zeit verbannt werden. Vielmehr sollte es einem sehr gut gehen; man sollte diese Zeit regelrecht genießen, denn wenn das Baby erst einmal da ist, muß man auf alle angehäuften Kraftreserven zurückgreifen können.

Dies bedeutet für mich auch, daß sich die werdende Mutter auf die Zeit danach vorbereiten sollte. Damit ist nun nicht nur das allgemein Bekannte verbunden, wie beispielweise die Anschaffung von Kinderwagen, Bettchen, Strampler, Windeln, Wickeltisch, etc. Nein, ich meine etwas viel Gewichtigeres. Unter Vorbereitung in diesem Sinne verstehe ich die Beschäftigung mit Themen, die sich um die Gesundheit des Kindes drehen. Dazu gehört das Lesen über die normale (natürliche) Entwicklung eines Kindes sowie das Sich-Beschäftigen mit dem Stillen und Wickeln*). Darüber hinaus sollte man aber auch darüber Bescheid wissen, welche Untersuchungen wann und wo durchgeführt werden und sich davon ein Bild machen, ob diese sinnvoll sind und ob Sie diese auch gut heißen und wollen. Dies betrifft schon sämtliche Untersuchungen in der Klinik nach der Entbindung, aber auch alle weiteren sog. U-Untersuchungen beim Kinderarzt. Damit eng verbunden sind die Themen Vitamin-D-Gaben, Stempeltests und Impfungen.*) Sind die Eltern nicht genügend vorbereitet, werden sie nicht in der Lage sein, sich eine eigene unabhängige Meinung zu bilden und laufen Gefahr, überrumpelt zu werden und sich die Entscheidungen abnehmen zu lassen, was unter Umständen dann später bitter bereut wird. Die Zeit der Schwangerschaft eignet sich deshalb besonders, sich mit diesen Themenkreisen in aller Ruhe zu beschäftigen. Wenn das Kind dann erst einmal da ist, findet man in der Regel kaum mehr Zeit für solche Dinge; der Alltag „frißt einen regelrecht auf“, ganz besonders beim ersten Kind. Bei den folgenden wird wieder alles routinierter, aber das „bittere Lehrgeld der Eltern“ muß das erstgeborene zahlen und in puncto Gesundheit kann dies fatale Auswirkungen haben.

Untersuchungen und Medikation in der Schwangerschaft

Wie bereits erwähnt, wird seit geraumer Zeit die Schwangerschaft fast als Krankheit angesehen (zumindest in der Medizinwelt); nur so erklärt sich das engmaschige Raster von Vorsorgeuntersuchungen und das Gebären in unpersönlichen und „kalten“ Kreißsälen. Beleuchten wir im folgenden einmal einige dieser Untersuchungen sowie die heutige Arzneiroutine bei Schwangeren, ganz besonders unter dem homöopathischen Aspekt.

Ultraschall

Bei den meisten ist der erste Weg zu Beginn einer jeden Schwangerschaft der Gang zum Arzt. Man will sicher sein, daß man auch wirklich schwanger ist; dem herkömmlichen Schwangerschaftstest wird kein allzu großer Glauben geschenkt; erst wenn der Arzt aufgrund seines Ultraschallgerätes die Schwangerschaft bestätigt (und man ein Bildchen mit nach Hause nehmen kann), sind heutztage die meisten zufrieden. Nur – ob sich diese Beschallungen auf die Schwangerschaft negativ auswirken können, darüber machen sich die wenigsten Gedanken. Und genau dies sollte ein jeder tun !

Wie funktioniert nun so ein Ultraschall vom Prinzip her? Laut klinischem Wörterbuch Pschyrembel und dem Roche-Lexikon für Medizin werden zwei Verfahren von Sonographie (Ultraschall) unterschieden: das Impulsechoverfahren und das Dauerschallverfahren. Beim ersteren ist der Schallgeber ein piezoelektrischer Kristall, der durch Anregung mit der entsprechenden Hochfrequenz zu mechanisch gleichfrequenten Schwingungen angeregt wird. Der Kristall, der die Schallwellen erzeugt, wirkt auch als Schallempfänger, das heißt der Schallkopf ändert in Bruchteilen einer Sekunde seine Funktion. Zunächst gibt der Schallkopf kurze Schallimpulse ab (Sendefunktion), wird dann zum Empfänger umgeschaltet und nimmt die reflektierten Schallwellen (Echos) wieder auf (Aufnahmefunktion). Die Zeitdifferenz zwischen ausgesandtem Impuls und Echoimpulsen ist proportional der Tiefenlage einer reflektierenden Schicht und auch abhängig von deren Gewebsdichte. Die wiederaufgenommenen Schallwellen werden direkt in elektrische Impulse umgewandelt, verstärkt und auf einer Kathodenstrahlröhre (Bildröhre) als Lichtpunkte sichtbar gemacht und graphisch dargestellt.

Die über den Kristall erzeugten Wellen haben 20.000 Schwingungen pro Sekunde, die oberhalb der menschlichen Hörfähigkeit liegen. Für Fledermäuse jedoch durchaus hörbar. Woher nimmt man eigentlich die Gewißheit, daß der menschliche Fetus diese Schallwellen nicht hören kann? Vielleicht kann er es doch? Eine direkte Antwort werden wir nie erhalten, denn fragen kann man diesen nicht! Man kann sich höchstens auf die Interpretation von Meßdaten stützen!

Bei dem zweiten Verfahren, dem Dauerschallverfahren (Doppler-Sonographie), sendet ein piezoelektrischer Kristall kontinuierlich Ultraschallwellen von konstanter Frequenz (Dauerschall) aus. Trifft das Schallwellenbündel auf eine sich bewegende Grenzfläche, so wird ein Teil der Wellen mit geänderter Frequenz (Doppler-Effekt) reflektiert. Die Interferenz der Frequenzen des einfallenden und des reflektierenden Strahls ergibt einen niederfrequenten Ton, welcher durch Verstärkung hörbar gemacht wird. Seit einiger Zeit werden die Frequenzunterschiede auch in Farbtöne elektronisch umgewandelt und graphisch dargestellt. Das Doppler-Verfahren ist geeignet zum Beispiel zum Nachweis der kindlichen Herztöne in der Frühschwangerschaft (etwa ab der 10.-12. Schwangerschaftswoche), zur stichprobenartigen und kontinuierlichen Überwachung der kindlichen Herztöne in der Schwangerschaft und während der Geburt, zur grob-klinischen Plazenta- und Nabelschnurlokalisation.

Gefährliche Wellen

In biologischen Geweben wirken geringe Schallintensitäten als Reiz, höhere sind dagegen schädigend. Eine irreversible Schädigung wird bewirkt durch absorptionsbedingte Wärmeentwicklung, mechanische Überbeanspruchung und Kavitation (Desintegrierung von Zellstrukuren, Lösung physikochemischer Bindungen!). Die Radiologin Liebeskind beoachtete Veränderungen in der Zellstruktur und Zellbeweglichkeit von beschallten Zellgenerationen sowie eine veränderte DNS-Synthese und warnte daraufhin vor unbedachtem Ultraschallgebrauch. Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse werden in Japan Ultraschalluntersuchungen nicht mehr routinemäßig durchgeführt, sondern nur in begründeten Einzelfällen.

Dies sind die Grundlagen des bildgebenden Verfahrens mittels Ultraschall. Gewebe wird in Schwingung versetzt – und dazu noch Gewebe, das erst im Werden begriffen ist, das also extrem empfindlich und anfällig für Störungen von außen ist! Derartige Störungen in Form von intensiven Schwingungen in den tiefsten Lagen des Uterus gibt es in der Natur nicht; deshalb sind sie äußerst gefährlich! Es kann demnach auch kein Not- oder Sonderprogramm der Natur geben, auf derlei Störungen angemessen zu reagieren und deren Folgen dann zu reparieren. Setzt man Zierfische im Aquarium solchen hochfrequenten Schallwellen aus, so kippen diese sofort um und sind tot! Im Übrigen ist bekannt, daß im Umfeld von U-Booten, die Ultraschall zur Ortung von Hindernissen benutzen, ein massenhaftes Fischsterben stattfindet. Die Tiere sterben an der durch die Wellen entstehende Erhitzung und Blasenbildung. Das müßte uns zu denken geben. Denn in welchem Stadium befindet sich der menschliche Embryo beziehungsweise Fetus im Mutterleib? Durchläuft er nicht in den neun Monaten Schwangerschaft die komplette Phylogenese (Stammesentwicklung) und damit auch die niederen Stufen der Entwicklung, vergleichbar einem kleinem Zierfisch? Ganz große Gefahr besteht besonders zu Beginn der Schwangerschaft, denn aufgrund der hohen Empfindlichkeit des Embryos könnte leicht ein Abortus resultieren. Die bei weitem größte Gefahr geht von den modernen Vaginalultraschalluntersuchungen aus, da hier die Leibesfrucht direkt – aus unmittelbarster Nähe – beschallt wird, ohne die Absorption durch die etwas schützende Bauchdecke der Mutter und die Muskulatur des Uterus. – Jedenfalls habe ich mehrere unfreiwillige Schwangerschaftsabbrüche durch Vaginalultraschall während der ersten Schwangerschaftswochen erlebt! – Darüber hinaus kann es auch zu Mißbildungen von Organen oder Teilen davon kommen, wenn diese während ihres Entstehens intensiv beschallt werden.

Panik im Mutterleib

Bei chronischen Anamnesen haben mir Eltern schon des öfteren berichtet, daß die Feten den Schallwellen im Mutterleib ausweichen und sich in den letzten Winkel des Uterus „verkrümeln“ oder gar „Purzelbäume schlagen“, was selbstverständlich die Gefahr von Nabelschnurstrangulierungen und/oder Knoten in der Nabelschnur deutlich erhöht. Der verniedlichende Kommentar des behandelnden Arztes „Sehen Sie, er spielt mit mir.“ zeugt von Ignoranz und völliger Fehleinschätzung der Lage. Der Fetus hat Angst! Er hört im Uterus unbekannte Töne und Frequenzen (durch die Blasenbildung), spürt die durch den Ultraschall verursachte Wärmeentwicklung und gerät schließlich in helle Aufruhr und Panik! Häufig dreht und wendet er sich im Mutterleib hin und her und stößt recht gezielt nach dem Schallkopf. Außerdem ist meist auch eine deutliche Erhöhung seiner Herzfrequenz zu verzeichnen. Dies alles wird dann von dem behandelnden Arzt als „Zappelphilipp“ abqualifiziert, nicht ahnend, daß er die eigentliche Ursache für das hyperaktive Verhalten des Fetus darstellt. Es ist erwiesen, daß das Fruchtwasser durch Ultraschall zu einer brodelnden Flüssigkeit wird, welche betörend laut ist, so als ob es plötzlich zu kochen beginnen würde.*) Dies gibt es unter normalen Bedingungen in der Natur nicht und ist deshalb schon per se unerträglich für das noch ungeborene Kind. Außerdem beginnt die fetale Entwicklung des Ohres schon sehr früh und das Gehör ist laut Dr. Alfred Tomatis, Professor der Psycholinguistik in Paris, damit eines der ersten – oder überhaupt das erste Sinnesorgan, welches angelegt und voll ausgereift wird. Darüber hinaus sind Gehör und Gefühl in derselben Gehirnzone angesiedelt, so daß Hörstörungen aufgrund dieser Nachbarschaft oftmals eine Reflexion von emotionalen Schwierigkeiten sind, die im Laufe der Schwangerschaft oder durch Geburtstraumata entstanden sind.

Hinweise:
*) Hierzu eignet sich beispielsweise „Das Stillbuch“ von Hanny Lothrop, 1989, Kösel-Verlag, München, welches von vielen Hebammen empfohlen wird.
*) Siehe hierzu „Sind Impfungen sinnvoll? – Ein Ratgeber aus der homöopathischen Praxis“ sowie „Klassische Homöopathie für die junge Familie“, 2 Bände, beides erschienen im Hirthammer Verlag.

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