Cholesterin: Wie viel darfs denn sein? Verschiedene Pressemeldungen geben Auskunft

cholesterinspiegel

Quelle: jiangxulei1990/unsplash

Ein erhöhter Cholesterinspiegel wird heutzutage als lebensbedrohlich angesehen, da er Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und Herzinfarkt (mit)verursachen soll. Ist das wirklich so?

Cholesterin ist für den menschlichen Organismus eine äußerst wichtige Substanz. Es ist ein Baustein jeder Zellhülle und wird daher dringend gebraucht, wann immer neue Zellen entstehen, zum Beispiel im Rahmen der ständigen Erneuerung von Darm- und Gefäßwänden oder nach Verletzungen und Infektionen. Es ist Hauptbestandteil von Nerven und Gehirnzellen und sorgt dafür, daß wir unsere geistige Fitness behalten. Außerdem ist Cholesterin der Stoff, aus dem die Sexualhormone und Endorphine (Glückshormone) gemacht sind.

Der Großteil des Cholesterins produziert unser Körper selbst, bei ausgewogener Ernährung ist die zugeführte Menge vernachlässigbar. Die körpereigene Produktion findet vor allem in der Leber und im Darm statt. Empfindliche Regelkreise sorgen dafür. daß gerade soviel produziert wie gebraucht wird. Ein zuwenig an Cholesterin kann sogar gefährlicher als ein Überschuß sein. Eine durchlässige Zellwand erlaubt zum Beispiel einem eingedrungenen Erreger die problemlose Ausbreitung und somit ein Befall aller Zellen. Diese generalisierte Infektion wäre mit Sicherheit lebensgefährlich. Somit bildet der Körper zum Selbstschutz vermehrt Cholesterin.

Dauernd erhöhte Cholesterinspiegel sind aber auch nicht gesund. Der nicht genutzte Anteil wird „ranzig“ (oxidiert) und lagert sich an den Blutgefäßwänden ab. So entsteht die Arteriosklerose.

Einige dieser Mechanismen sind mittlerweile auch von der anerkannten Wissenschaft bewiesen worden:

Frühstücksei als Schlankmacher

Können Nahrungsmittel mit einem hohen Sättigungsgrad – z. B. Eier – das Abspecken erleichtern? in einer Studie wurde jetzt diese Möglichkeit überprüft.

Acht Wochen lang wurde das Gewicht von insgesamt 152 übergewichtigen und fettleibigen Männern und Frauen überwacht. Die Teilnehmer waren zwischen 25 und 60 Jahre alt und hatten einen Body-Mass-Index von mehr als 25, aber weniger als 50. Die Probanden wurden in vier Gruppen eingeteilt. Die Hälfte der Probanden sollte sich fettarm ernähren und dabei ein tägliches Energiedefizit von 1000 Kcal erreichen. Ein Teil von ihnen verzehrte fünfmal wöchentlich einen Bagel zum Frühstück, die übrigen nahmen morgens eine Eiermahlzeit ein. Sowohl Bagel als auch Eier ,lieferten mit 340 Kcal die gleiche Menge Energie und hatten dieselbe Kaloriendichte pro Kilogramm. Die übrigen zwei Teilnehmergruppen sparten keine Kalorien. Auch sie frühstückten, jedoch wahlweise Eier oder Bagel. Die Eieresser in der Fastengruppe verloren 65%mehr Gewicht, und ihr Bauchumfangschrumpfte um 34% stärker als der der Bagelverzehrer. Die Probanden in den beiden Gruppen ohne Reduktionsdiät nahmen nicht ab.

Die Studie zeigt, dass Eier viel dazu beitragen können, daß eine kalorienreduzierte Diät gelingt. Es ist bekannt, daß Menschen, die Eier zum Frühstück essen, sich zufriedener fühlen, bei darauf folgenden Mahlzeiten genügsamer sind und Snacks zwischendurch besser widerstehen können.

Niedriges Cholesterin bringt Senioren ins Grab

US-Wissenschaftler haben herausgefunden, daß ein Cholesterinspiegel von weniger als 180 mg/dl (Normwert ist bis 200) die Sterblichkeitsrate deutlich erhöht. Sie untersuchten die Beziehung von Cholesterinhöhe und Sterblichkeitsrate von über 3.500 Männer im Alter zwischen 71 und 93 Jahren. Dabei stellten sie fest, daß der Cholesterinspiegel signifkant mit dem Alter abnahm. Die zweite Überraschung war, daß die Gruppe mit der niedrigsten Cholesterinkonzentration nicht die niedrigste, sondern höchste Sterblichkeitsrate aufwies! Außerdem fühlten sich die Männer mit dem wenigsten Cholesterin deutlich schlechter, als diejenigen mit den höchsten Werten. (Ärztliche Praxis Nr. 78, 28.09.2001) MMW-Fortschr. Med. Nr. 36 – 37 / 2008

„Lohn“ fettarmer Diät: fetter Cholesterinanstieg

Was seit Jahren als wirksame Waffe gegen Zivilisationkrankheiten gepredigt wird, hat sich nun nicht nur als unwirksam, sondern sogar als besonders schädlich erwiesen. In einer kleinen finnischen Studie an 37 gesunden Frauen verursachte eine fettreduzierte Ernährung einen Anstieg des oxidierten Cholesterins um 27 Prozent! In der Diät wurde der Fettanteil der Nahrung auf 56 Gramm täglich gesenkt, wobei darauf geachtet wurde, daß wenig gesättigte und viel mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufgenommen wurden. (Ärztliche Praxis Nr.32, 20.04.2004)

Fettarme Ernährung erhöht Risiko für Hirnblutungen

Das ist das Ergebnis der Auswertung an 85000 Frauen über die Dauer von 14 Jahren. Kommt noch ein erhöhter Blutdruck dazu, steigt das Risiko für einen Schlaganfall um den Faktor 3,7. Es wird vermutet, daß die Arterien über eine strukturelle Schädigung ihre Elastizität verlieren und somit dem Bluthochdruck schlechter standhalten können. (Ärztliche Praxis Nr.77, 25.09.2001)

Freispruch fürs Frühstück-Ei

Amerikanische Forscher haben die „Cholesterin-Bombe“ Ei entschärft. Das im Eidotter enthaltenen Lezithin senkt die Cholestrinaufnahme im Darm erheblich. Zwar wurde dieser Mechanismus „nur“ an Ratten bewiesen, doch der Studienleiter ist sich sicher, daß dieser Mechanismus ebenso beim Menschen funktioniert. Somit gilt für herzgesunde Menschen mit normalen Cholesterinspiegeln, daß der Genuß von ein bis zwei Eier täglich ungefährlich ist. (Ärztliche Praxis Nr.96, 30.11.2001)

Eier-Verzehr hat keinen Einfluß auf den Cholesterinspiegel

Daß die an Ratten gewonnen Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, beweist eine aktuelle Studie des Yale Prevention Centers: der Genuß von zwei Eiern pro Tag über einen Zeitraum von sechs Wochen beeinträchtigte weder die Gefäßfunktion, noch erhöhte er den Cholesterinspiegel. (Ärztliche Praxis, Nr.14, 05.04.2005)

Vier Äpfel statt ein Fettsenker

Kalifornische Forscher haben im Tierversuch entdeckt, daß Extrakte aus der Apfelsorte Roter Delicious, die LDL-Oxidation senkt. Zudem scheinen die Apfelstoffe den Cholesterinabbau zu beschleunigen. Überträgt man die Ergebnisse auf den Menschen, so könnte der Verzehr von täglich vier Äpfeln das Cholesterin genauso senken, wie eine Dosis Statine (Markennamen: Lipobay, Zocor, …) aber ohne deren gefürchtete Nebenwirkungen (siehe Praxis Aktuell: Curriculum für Orthomolekulare Medizin in Bonn) (Medical Tribune Nr.17, 29.04.2005)

Cholesterinsenker bringen kaum Nutzen

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